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Hoffnung und Mut für ein neues Leben PDF Drucken E-Mail
Mittwoch, 16. Juli 2008

Die Geschichte über eine junge Frau und ihren mutigen Kampf gegen Leukämie

Den Dank und die Freude mit Worten auszudrücken ist fast unmöglich, wenn man so eine schwere Krank-
heit vorerst überwunden hat, wie unsere Mitarbeiterin Martina. Nachdem sie die Hiobsbotschaft „Leukämie“
erhalten hatte, begann eine schlimme Zeit mit viel Schmerz und Leid, aber dadurch wiederum gleichzeitig
ein neuer Abschnitt in Ihrem Leben, mit lieben Menschen, die einfach nur da waren, die sie aufmunterten,
mit ihr weinten und ihr immer wieder Hoffnung gaben.

Martina erkrankte im Januar 2007 an akuter lymphatischer Leukämie (ALL). Schnell stand fest, dass ein
Überleben ohne neue Stammzellen durch einen Fremdspender nicht möglich war. Gerade mal ein paar
Tage nach der Einlieferung im Uni-Klinikum Erlangen wurde auch schon mit der Chemotherapie begonnen.
„Ich konnte nicht begreifen, was mit mir los war.“ Man hört so viel über Krebs, aber es betrifft einen ja
eigentlich nicht, so viele bekommen Chemos oder Bestrahlungen, deswegen kann das ja auch gar nicht
so schlimm sein. Begreifen kann man das eigentlich erst, wenn es einen selbst trifft. Bei anderen Menschen
würde eine solche Diagnose wohl tiefe Verzweiflung auslösen und sie schon voreilig zum Aufgeben bringen.
Nicht so bei Martina, denn nachdem sie den ersten Schock überwunden hatte, nahm die damals 29-jährige
den Kampf gegen den Krebs auf, setzte sich Ziele für danach, wenn der Alptraum wieder vorbei sein wird.
Vor allem wollte sie ihren 30. Geburtstag im August mit all ihren Freunden feiern.

Endlich wieder ein bißchen Alltag - Martina und ihr Team bei elasto form: Lothar Zuber, Andreas

Endlich wieder ein bißchen Alltag - Martina und ihr Team bei elasto form: Lothar Zuber,
Andreas Goldhahn, Martina Utz, Benjamin Hiltl, Anita Luber, Martin Irl, Andrea Maul (v.l.)

Also begannen die Behandlungen. Hoch dosierte Chemotherapien und Bestrahlungen mit den damit ver-
bundenen Nebenwirkungen wie Übelkeit, Haarausfall und starken Schmerzen.  Hohe Cortisondosen taten
ihr übriges. Der Blick in den Spiegel war wirklich nicht gerade toll. Keine Haare mehr und dicke Cortison-
backen. Dazu kam noch die Angst, dass evtl. kein Spender gefunden wird. Der Bruder wurde getestet und
passte schon mal nicht.

Im Mai 2007 wurde durch Martinas Freunde und Arbeitskollegen in Zusammenarbeit mit der DKMS eine
große Typisierungs-Aktion gestartet. Fast 1.000 Menschen ließen sich an diesem Sonntag typisieren, viele
Kunden von elasto form, die Martina kannten oder von ihrem Schicksal erfuhren, gingen zu ihrem Hausarzt
und gaben Blut ab oder spendeten Geld zu dieser Aktion. Heute – gerade mal ein Jahr später, haben wir
von der DKMS erfahren, dass von dieser Aktion schon drei Leute Stammzellen gespendet haben und damit
drei Erkrankten das Leben gerettet haben. Auch für Martina wurde kurze Zeit später ein lebensrettender
Spender gefunden.

Die härteste Zeit der Therapie begann jetzt. Isolation in einer Glasbox, Hochdruckchemos und Ganzkörper-
bestrahlungen, was wiederum übelste Nebenwirkungen zur Folge hatte. Aber nur durch diesen schweren
Eingriff war es möglich, Martina ihr „altes“ bzw. ihr „neues“ Leben zurückzugeben. Außerdem war wieder
die Angst und zwar, dass der Körper die neuen Zellen abstoßen könnte. Während dieser schweren Zeit
stand ihr vor allem ihr Freund Tom und ihre Familie immer zur Seite und sprachen ihr Mut zu. Außerdem
hielten sie Freunde und Kollegen mit Anrufen immer „bei Laune“, damit sie gar nicht recht Zeit hatte über
alles nachzudenken. Auch die Ärzte und Schwestern versuchten sie immer wieder abzulenken oder brachten
ihr CDs mit. „Hier ist Dein Haus, hier ist, was zählt. Du bist überdacht von einer grandiosen Welt.“ (Herbert
Grönemeyer, „Stück vom Himmel“)

Am 07.07.07 – nach fast acht Wochen in der Isolationsbox wurde Martina entlassen. Durch die Stammzellen-
transplantation ist ihr Immunsystem auch ein Jahr später immer noch geschwächt. Große Menschenan-
sammlungen und einige Lebensmittel sind immer noch zu meiden. Auch wenn ihr Körper die neuen Zellen
nicht abgestoßen hat und sie sich erholen konnte, muss sie immer noch alle 2 Wochen zur Blutkontrolle
und alle 3 Monate zur Knochenmarkpunktion. Die Angst vorm Ergebnis ist jedes mal da, aber die Zuver-
sicht, dass hoffentlich wieder alles gut ist, ist größer.

Trotz dieser harten „Auflagen“, freut sich Martina sehr, endlich wieder arbeiten gehen zu können. Seit Juni
08 arbeitet sie im Rahmen einer Wiedereingliederungsmaßnahme wieder jeden Tag ein paar Stunden. Alle
Kollegen der Firma elasto form in Sulzbach-Rosenberg sind froh, dass sie ihr Team nun wieder tatkräftig
unterstützen kann. Für die guten Zusprüche und die positive Energie der vielen Menschen um sie herum,
möchte sich Martina von Herzen bedanken.

Diese Freude über ihr zurück gewonnenes Leben möchte Martina vor allem anderen krebskranken Menschen
vor Augen führen. Sie will mit ihrer Geschichte zeigen, dass es sich lohnt zu kämpfen, niemals aufzugeben
und die Unterstützung anderer anzunehmen. Es kostet viel Kraft, Geduld und Durchhaltevermögen gegen
eine so schwere Krankheit anzugehen, aber das Leben, das danach auf einen wartet, ist es wert, alle Kraft
dafür einzusetzen. Gleichzeitig möchte sie dazu aufrufen, dass jeder sich typisieren lässt - es ist so einfach
ein Leben zu retten.

…übrigens, ihren 30. Geburtstag hat sie bei herrlichem Wetter zusammen mit fast 90 Leuten gefeiert!
 
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